Vladivostok Bridge, Russland

Vladivostok Bridge, Russland   
Kunde:Mostowik, Russland
Beschreibung:

GEDA PH 2032 650 Single

Förderhöhe: 320 m

Hubgeschwindigkeit: 65 m/min

Tragfähigkeit: 2000 kg/25 Personen

Anzahl der Maschinen:5

Milliardenschweres Megaprojekt in Wladiwostok

-Brücken zwischen Asien und Europa-

Bis zu dem 2012 in Wladiwostok geplanten Gipfel der Pazifikstaaten (APEC) sollen in der russischen Hafenstadt zwei große Brücken gebaut werden: Eine von 226 Meter hohen Pylonen getragene vierspurige Hängebrücke wird erstmals die fünf Kilometer lange Hafenbucht Goldenes Horn überspannen. Eine weitere Brücke (320 m) wird als Fortsetzung der Trasse über eine Meerenge namens „Östlicher Bosporus“ auf die der Stadt vorgelagerte Insel Russki führen, auf der die Konferenz stattfinden soll. Auf der einst vom Militär als Sperrgebiet deklarierten Insel ist faktisch ein ganzer neuer Stadtteil geplant.

Das Megaprojekt ist Russlands größte Baustelle. 6,5 Milliarden Euro werden in das als Prestigeprojekt angesehene Bauvorhaben investiert. Die Wichtigkeit des Projekts für Russland unterstreichen die regelmäßigen Stippvisiten des russische Ministerpräsident Wladimir Putin höchstpersönlich.

Der Bau der sogenannten Russki Brücke begann im September 2008. Die mit 1885 m lange Hängebrücke wird von zwei 320 m hohen Pylonen getragen und stellt die Verbindung zum neuen Stadtteil Insel Russki dar. Ein straffer Zeitplan und der geplante Gipfel der Pazifikstaaten bedeuten einen immensen Druck auf alle an diesem herausragenden Bauprojekt beteiligten Firmen. Den Zuschlag für die Lieferung der Höhenzugangstechnik bekam die deutsche Firma GEDA-Dechentreiter GmbH & Co.KG aus Bayern. Die seit Jahrzehnten aus der Bauaufzugsbranche nicht mehr wegzudenkende Firma GEDA, hat vor einiger Zeit ihr Produktspektrum mit Großaufzügen erweitert. Vorerst wurden vier Personen- und Materialaufzüge des Typs GEDA PH2032 für das Wladiwostok-Projekt bestellt. Zwei davon sind schon seit letztem Jahr im Einsatz, die nächsten beiden Geräte werden demnächst ausgeliefert. Je nach Bauabschnitt „wachsen“ die Aufzüge mit den Pylonen bis zu einer Höhe von 320 m. Diese Aufzüge erreichen eine durch den Frequenzumrichter gesteuerte Hubgeschwindigkeit von 65 m/min, eine Hubhöhe von bis zu 400 m und sind für den Transport von 25 Personen bzw. 2 Tonnen zugelassen.

Das Be- und Entladen der Aufzugskabinen an den Plattformen der selbstkletternden Schalung erfolgt durch einen zusätzlichen Ausgang, eine sogenannte D-Tür auf der Innenseite der Kabine. Speziell konzipierte 4,5 m lange Verankerungen sorgen für den benötigten Abstand zu den Pylonen. Deren Verankerung erfolgt von auf dem Dach montierten und verschiebbaren zwei Montagestegen. Auch die nach oben hin immer stärker werdende Neigung der Pylone musste natürlich bei der Planung berücksichtigt werden. Die Grundeinheit der Geräte und Mastelemente sind dementsprechend vorbereitet um den notwendigen Neigungsausgleich und die Anpassung an die geänderte Geometrie der Pylone bei steigender Aufbauhöhe zu realisieren. Außerdem folgte eine Anpassung der Aufzüge an die sehr kritischen klimatischen Verhältnisse in Wladiwostok wie starke Schneefälle und eisige Temperaturen.

Die vorgegebenen Sicherheitsrichtlinien und die Sonderausführungen für dieses Projekt wurden durch die russische Behörde abgenommen und bestätigt. Die Sicherheit an den Ein- und Ausstiegstellen ist durch GEDA-Etagentüren gegeben, die alle Anforderungen der neuesten Europäischen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG erfüllen. Durch die verschiedenen Vorgaben und Voraussetzungen, sind unterschiedliche Etagentüren aus dem umfangreichen Angebot von GEDA im Einsatz. Selbstredend gehören Sicherheitseinrichtungen wie die geschwindigkeitsabhängige GEDA-Fangvorrichtung und Überlastschutz oder auch Endschalter an der obersten und untersten Etage natürlich mit zur Serienausstattung.

Wladiwostok ist die wichtigste Hafenstadt Russlands am Pazifik. Als Endhaltestelle der Transsibirischen Eisenbahn ist sie erst seit 1991 für Ausländer wieder zugänglich. Heute leben knapp 600.000 Menschen in Wladiwostok und mittlerweile hat sich die Stadt zu einem bedeutenden Industrie- und Wirtschaftszentrum entwickelt, welches durch den Hafen auch zu Verkehrs- und Transitzentrum der Region geworden ist. Der Bau der Brücken legt einen weiteren bedeutenden Meilenstein in der Geschichte der europäischen und asiatischen Beziehung.

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